Hoch im Norden

Frühling dringt in den Norden ( 5 Strophen )

von mayer ( Jürgen Sesselmann )
 


von der MC : Der WANDERBURSCHE 2 (1987)
von der CD : WANDERBURSCHE 2 (2004)
von der CD : LIEDER von UNTERWEGS - Bockreiter singen mayer 2 (2002)

aus dem Liederbuch : WANDEBURSCHE (1985 - 4 Strophen)
überarbeitete Partitur aus : LIEDER von UNTERWEGS (2005 - 4 Strophen)


Worte : Frühherbst & Winter 1980
mayer / © Jürgen Sesselmann
Worte
( 5. Strophe ) : 24. August 2017 mayer / © Jürgen Sesselmann
Weise :
Herbst 1980 mayer / © Jürgen Sesselmann



We-CD-20 - 2018 : Werkstatt XX ( Titel 9 ) - [5 Strophen]

Hoch im Norden — Frühling dringt in den Norden, Berg und Tal sind ein Blütenmeer


Hoch im Norden     (5 Strophen)

Werkstatt XX

Die Hörprobe stammt von einer Studioaufnahme aus dem Jahr 2018. Sie ist der CD - Werkstatt XX entnommen.

 
 

Die Geschichte des Liedes

 


Kanada, Herbst 1980: Diese Zeit am Forty Mile River im Yukon Territory bescherte mir eine Vielzahl von Liedmotiven zum Thema meines Nordamerika - Zyklus, eines davon war »Hoch im Norden«. Und Vieles ist bis heute noch unbesungen. – Mein Leben in und mit einer noch immer wilden und ungebeugten Natur führte mich sanft zum Existenziellen, zum wirklich Wichtigen im Leben. Der fehlende menschliche Kontakt für eine gewissen Zeitraum versetzte mich in die Lage, Gedankengängen zu folgen, ohne von Artgenossen je unterbrochen zu werden. Diesem konsequenten "Zu Ende Denken" werden wir in unserer heutigen Welt all zu oft beraubt und es bedarf inzwischen sehr langer Wege, um einen Ort jener geistigen Stille zu finden.
In meinen Musestunden saß ich in meiner alten Blockhütte, denn die Witterung war inzwischen etwas rauher geworden, und verfaßte ab und an einige Gedichte. Viel davon blieb nur Stückwerk, denn es zog mich immer wieder hinaus, um den jetzigen Tag zu erleben. Der Herbst zeigte sein buntes, ach so kurzes, Gesicht. Am kleinen Flüßchen Forty Mile sah ich die Wildgänse flußaufwärts ziehen, ein sicheres Zeichen, daß der Winter bald kommen würde und mir fehlten noch immer die Lebensmittel für die kommenden sechs Monate. So lange, erzählten mir die Ansässigen dieser Region, würde der Winter hier dauern.
Wenn ich Musik hören wollte, mußte ich die Lieder singen oder diese mir selber schreiben. So klimperte ich oft zur Gitarre Weisen, versuchte mich an einigen kurzen Mehrzeilern, um ihnen eine Melodie zu geben. Die Melodie zu "Hoch im Norden" entstandt wohl in einem dieser Momente; möglicherweise stammten auch einige Fragmente vom Sommer auf dem Floß. Längst hatte ich damit aufgehört über Banales, wie oder wann entstand was, Buch zu führen. Außerdem worin denn? Mein dickes Fahrtenbuch hatte vor Monaten der Yukon River bereits gefressen, mir blieben nur fliegende Blätter aus dem Rucksack. Und diese neigen nun einmal dazu zum Davonfliegen. Längst hatte ich meinen Fotoapparat beiseite gelegt, denn wer schießt schon Bilder über sein alltägliches Leben?

Wieder in Deutschland fand ich alsbald ein kleines Holzhäuschen, in dem ich ein ähnlich schlichtes Leben führen durfte wie am Forty Mile River. Solange ich nur die Türe geschlossen hielt, konnte ich mir einbilden, ich wäre noch immer dort. Die paar Papierfetzen, die es bis hier her geschafft hatten, waren unter anderem auch die recht kurze Vorlage zum späteren "Frühling dringt in den Norden". Die Melodie hatte ich größtenteils nicht vergessen, so entstandt in jenem Winter das allseits bekannte Lied.


Deutschland, Ende August 2017: Nachdem im Netz erste schlechte Versuche zu einer 5. Strophe aufgetaucht sind, entschloß ich mich, diese dann doch besser selber zu schreiben, bevor diese sich zu verbreiten beginnen.


—> zum Lied ( 5 Strophen )

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